Zwergkaninchen gesund ernähren

by anika on 25. Mai 2010 · 8 comments

Zwergkaninchen

Die beliebten Langohren haben nicht nur große Bedürfnisse, was den Auslauf angeht, sondern möchten auch gesund ernährt werden, so dass Sie bis ins hohe Alter Freude an Ihnen haben können.

Leider sind nur wenige Kaninchen im Alter gesund, was nicht zuletzt auf ungesunde Ernährung zurückzuführen ist. Dieser Artikel soll Ihnen dabei helfen, Ihre Zwerge gesund zu ernähren und typische Fehler zu vermeiden.

Wie sieht die natürliche Ernährung von Kaninchen aus?

Wildkaninchen leben vorwiegend von Gräsern und Kräutern. Daneben gehören auch Blätter, Rinde, Zweige sowie hin und wieder Wurzeln und andere Teile von Gemüsepflanzen zum Speiseplan. Allein diese Bestandteile genügen, um ein Wildkaninchen ausgewogen und gesund zu ernähren. Auch die Verdauung Ihrer Kaninchen ist genau auf diese Bestandteile ausgerichtet und daher sollten Sie die Ernährung grundsätzlich auf die natürlichen Gewohnheiten abstimmen.

Was bedeutet das für Kaninchen in der Heimtierhaltung?

Da wohl nur die wenigsten Menschen Ihren Zwergkaninchen eine Kräuterwiese zur Verfügung stellen können, auf der sie alles finden, was sie zum Leben brauchen, liegt es an Ihnen, diese natürliche Art der Ernährung so gut wie möglich nachzuahmen. Am wichtigsten ist hier Heu, das Grundnahrungsmittel von Hauskaninchen. Dieses muss den ganzen Tag zur Verfügung stehen, da Zwergkaninchen über einen Stopfmagen verfügen und daher eigentlich, vereinfacht ausgedrückt, non-stop fressen müssen. Zusätzlich sollten die Langohren jeden Tag Grünfutter und auch regelmäßig Gemüse (seltener Obst) erhalten.

Was versteht man unter Grünfutter?

Grünfutter ist zum einen natürlich Gras, das Sie selbst in freier Natur pflücken können. Achten Sie dabei bitte darauf, nicht direkt an Straßenrändern zu sammeln, da die Pflanzen dort häufig durch Abgase und Hinterlassenschaften verunreinigt sind. Zum anderen gehören aber auch das Grün von Gemüse sowie verschiedene Küchenkräuter, wie Petersilie und Basilikum zum Grünfutter.

Kann ich jedes Gemüse und Obst verfüttern?

Nein, leider nicht. Sehr gut verträglich sind z. B. Karotten, Gurken und Fenchel, aber auch viele weitere Obst- und Gemüsesorten dürfen verfüttert werden. Häufig stellen Tierärzte entsprechende Futterlisten zur Verfügung, aber auch das Internet bietet ausreichend Informationen. Sylvia stellt in ihrem Blog beispielsweise eine sehr informative Ernährungsfibel vor.

Und was ist mit den ganzen Futtermitteln, die man im Fachhandel kaufen kann?

Trockenfutter und diverse Leckereien, die für Zwergkaninchen angeboten werden, haben mit gesunder Ernährung leider nicht das Geringste zu tun, da diese Futtermittel in den meisten Fällen Getreide und häufig auch Zucker oder Laktose enthalten. Getreide wird gerne zur Mast verwendet und ist für Zwergkaninchen in Heimtierhaltung ungeeignet. Schließlich sollen Ihre Tiere nicht unter Übergewicht leiden. Im schlimmsten Fall kann getreidehaltiges Futter durch Aufgasungen sogar zum Tod der Kaninchen führen. Daher ist es empfehlenswert auf solche Futtermittel gänzlich zu verzichten.

Generell gilt: Kaninchen besitzen eine sehr empfindliche Verdauung. Daher muss jede Futterumstellung langsam und mit Bedacht erfolgen. Plötzliche Futterumstellungen können zu schweren Verdauungsbeschwerden führen.

Womit füttern Sie Ihre Kaninchen?
(Foto: © Madeleine Omlin / PIXELIO)

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{ 8 comments… read them below or add one }

renate Mai 26, 2010 um 10:33

Ich muss Euch ein Kompliment machen: Ihr habt ja wirklich ganz entzückende Fotos hier.

Viele Grüße – Renate

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Anika Mai 26, 2010 um 16:19

Freut mich, dass sie dir gefallen. Tiere machen sich einfach immer gut als Fotomodelle. ;-)

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renate Mai 27, 2010 um 11:15

Ja, stimmt schon. Aber man muss sie auch gut fotografieren können. Und das ist nicht immer der Fall. Es gibt furchtbare Tierfotos. Aber die Fotos hier sind einfach klasse. Alle selbst aufgenommen?

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Anika Mai 27, 2010 um 12:05

Nee, nee, die bisherigen Fotos waren alle aus einer Bilderdatenbank (Pixelio). Mein “Heimzoo” ist zwar recht groß, aber jede Tierart habe ich dann doch nicht. :-)

lg

Anika

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Sylvia Mai 28, 2010 um 11:13

Hallo Anika :-)

Bin gestern erst durch einen Post von Renate auf dein Blog aufmerksam geworden.
Alle Achtung! :-)
Habe dich schon im FeedReader verewigt und gleich landest du auch direkt in meiner Blogroll ;-)

Dieser Artikel trifft im Moment bei mir ins Schwarze, da ich momentan dabei bin, die Ernährung meiner beiden Kaninchen umzustellen.
Beide leiden an Blasengriess, dadurch muss ich natürlich auf vieles achten, aber ich glaube, ich bin auf einem guten Weg …

Liebe Grüße von
Sylvia und ihrer Rasselbande

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Anika Mai 29, 2010 um 14:55

Hallo Sylvia,

freut mich, dass dir das Blog gefällt. :-)
Leider wird immer noch sehr schlecht beraten, was die Ernährung angeht, gerade vom “Fachpersonal” in den Läden. Aber eine Umstellung in Richtung gesunde Ernährung ist in jedem Fall der richtige Weg.

lg

Anika

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Sylvia Juni 2, 2010 um 07:05

Hallo Anika,

das “Fachpersonal” darf dir ja gar keine richtige Beratung zu dem Theme geben, dann würden sie gefeuert. Denn wer richtig beraten wird, findet das benötigte im Laden ja gar nicht ;)
Das ist ein Teufelskreis. Wie lange hat es gedauert, bis es überhaupt mal getreidefreies Trockenfutter für Kaninchen gegeben hat?
Und wenn du mal schaust … ca. 80-90 % der angebotenen Futter enthalten nach wie vor Getreide :?
Ganz davon zu schweigen, daß TroFu (wenn überhaupt) nur in ganz kleinen Mengen angeboten werden soll.
Eine neverending Story …

Liebe Grüße,
Sylvia

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Anika Juni 2, 2010 um 07:12

Hallo Sylvia,

da hast du wohl recht. Gesundes Futter findet man meist nur im Internet, bei den Miezen ist die Auswahl im Fachhandel beispielsweise ja auch eher begrenzt…

Ich füttere meinen beiden gar kein Trockenfutter bzw. im Winter ganz wenig Trockengemüse vom Hasenhaus im Odenwald (sehr zu empfehlen), damit mein Kleiner sein Gewicht hält. Leben in ganzjähriger Außenhaltung.

lg

Anika

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