Wohnungskatzen oder Freigänger?

by anika on 19. April 2010 · 2 comments

Wohnungskatze

Wer sich Katzen anschaffen möchte, steht häufig vor der Frage, ob die Tiere später reine Wohnungskatzen werden sollen oder Freigang genießen dürfen. Beide Haltungsformen haben Vor- und Nachteile, wobei die meisten Katzen wahrscheinlich glücklicher sind, wenn sie nicht nur ihr Leben in der Wohnung zubringen dürfen.
Allerdings steigt die Gefahr, dass sich die Tiere verletzen oder gar getötet werden immens, sobald Freigang gewährt wird. Eine schwierige Entscheidung also. Die folgenden Überlegungen sollen Ihnen dabei helfen, die richtige Entscheidung für Sie und Ihre Katzen zu treffen.

Freigang

Katzen mit der Möglichkeit zu Freigang werden diesen in der Regel gerne nutzen und zumindest bei schönem Wetter jeden Tag ihr Revier erkunden, das je nach Charakter des Tieres verschiedene Größen umfassen kann. Die Tiere haben die Möglichkeit der Jagd nach richtigen Beutetieren nachzugehen und müssen sich nicht mit Federangeln, Bällen und anderem Jagdersatzspielzeug begnügen. Sie können andere Katzen treffen und soziale Kontakte pflegen, die auch einmal eine zünftige “Klopperei” beinhalten können. Dadurch, dass sich die Natur während des gesamten Jahres verändert, gibt es draußen immer wieder Neues zu entdecken. Das ist in Kurzform die schöne Seite des Freigangs.

Andererseits lauern „in freier Wildbahn“ auch viele Gefahren, denen Ihre Tiere Tag für Tag ausgesetzt sind. Je nach Umgebung können dies Autos und/oder Züge sein, aber auch Giftpflanzen, Katzenhasser, Hunde und noch viele weitere Gefahrenstellen mehr. Natürlich muss der Katze nichts zustoßen, jedoch besteht das Risiko nun einmal.

Wohnungshaltung

Viele Menschen verwehren ihren Tieren den Freigang, weil sie Angst haben, dass diesen etwas zustoßen könnte. Gerade bei Rassekatzen wird auch häufig vom Züchter eine Haltung mit Freigang untersagt beziehungsweise werden die Tiere, die ja doch einen recht hohen Anschaffungspreis haben, ausschließlich in der Wohnung gehalten. Wieder andere haben in der Stadt einfach schlichtweg nicht die Möglichkeit ihren Tieren Zugang zu Mutter Natur zu bieten. In diesen Fällen gilt es genau abzuwägen, welche Gründe gegen den Freigang sprechen und sollten diese unüberwindbar sein, ist es in manchen Fällen den Tieren gegenüber fairer, auf die Anschaffung zu verzichten.

Möchte man dies nicht, dann ist es die Aufgabe des Tierhalters, den Katzen das Leben in der Wohnung so angenehm wie möglich zu gestalten und nur Tiere zu wählen, die keinen Freigang kennen bzw. diesen nicht zu schätzen wissen. Zu einem angenehmen Lebensumfeld gehört für Katzen in reiner Wohnungshaltung in erster Linie ein Artgenosse. Katzen sind entgegen der landläufigen Meinung keine Einzelgänger im sprichwörtlichen Sinne, sondern benötigen den Kontakt zu Artgenossen. Dieser kann vom Menschen nicht ersetzt werden, auch wenn dieser rund um die Uhr für das Tier da wäre, was ja bei den meisten Menschen wohl eher nicht der Fall sein dürfte.

Fazit

Die Überlegung, ob man seinem Tier Freigang ermöglicht oder nicht ist sicher nicht einfach, jedoch sollte man stets im Sinne des Tieres handeln und in Betracht ziehen, dass Freigang nun einmal aufregender ist, als fünfzehn bis zwanzig Jahre die gleichen vier Wände zu sehen. Auch Rassekatzen sind Katzen und können nichts dafür, dass sie mehr Geld gekostet haben, als eine Hauskatze. Wenn aufgrund der Umstände kein Freigang gewährt werden kann, dann sollte zumindest für die sozialen Kontakte durch einen Artgenossen gesorgt werden. Außerdem verlangt es vom Halter einiges mehr an Einfallsreichtum, damit auch Wohnungskatzen ein abwechslungsreiches Leben genießen können.

Wie sehen Sie das? Was spricht für Freigang und was dagegen?

(Foto: © Viktor Mildenberger / PIXELIO)

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renate Juni 14, 2010 um 11:38

Liebe Anika, so wie du sehe ich es auch. Wenn ich sehe, mit welcher Wonne meine Katzen im Garten und in den Nachbargärten rum rennen, wie der Blitz auf Bäume klettern und einfach Freude am Leben haben – dann muss ich das Risiko in Kauf nehmen.
Allerdings wohne ich extrem ruhig und verkehrsarm. An einer Durchgangsstraße würde ich Katzen auch nicht raus lassen. Mein verstorbener Kater Fritz hat viele Jahre in München gelebt, in einer Dachgeschosswohnung, wo er seinen Freilauf auf dem Dach genossen hat. Er wollte gar nicht raus. Ich hab es mehrmals versucht und ihn runter gelassen. Er tippelte bis zur Eingangstür, steckte seinen Kopf raus und ist dann wieder nach oben geflitzt – in die sichere Wohnung.

Später dann, als ich an den Ammersee gezogen bin, durfte und wollte er zwar raus, war aber immer in Rufnähe, meistens im hauseigenen Garten. Fritz hatte keinerlei Ambitionen zu strawanzen. Ich kenne auch andere Katzen, die lediglich im eigenen Garten rum rennen, aber nicht über den Zaun springen – obwohl sie das könnten. Ich denke, es hängt auch vom Charakter der Katze ab, wie weit sie ihre Kreise zieht.

Liebe Grüße – Renate

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Anika Juni 16, 2010 um 18:20

Hallo Renate,

ja, denke auch, das hat viel mit dem Charakter zu tun. Die einen trauen sich ein wenig mehr oder haben auch einfach ein größeres Bedürfnis die Welt zu erkunden, während andere mit der kleinen, großen Welt im eigenen Garten als Revier völlig zufrieden sind.

lg

Anika

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