Lebendgebärende Fische – das sollten Sie beachten

by anika on 26. Juli 2010 · 0 comments

Guppy

Lebendgebärende Fische sind gerade bei Einsteigern in die Aquaristik sehr beliebt, da sie als sehr pflegeleicht gelten und oft als so genannte “Anfängerfische” verkauft werden. Vorweg, auch wenn sich der Pflegeaufwand bei verschiedenen Fischarten unterscheidet, so gibt es doch keine “Anfängerfische”, da jeder Wasserbewohner seinen Bedürfnissen entsprechend gehalten werden muss.

In diesem Artikel erfahren Sie, was Sie bei der Haltung der gängigsten Lebendgebärenden beachten sollten.

Lebendgebärende Fische – Allgemeine Informationen

Lebendgebärende Fische wie Guppys, Platys, Mollys oder Schwertträger haben eines gemeinsam, sie vermehren sich in der Regel “wie die Karnickel”, d. h. dass je nach Größe des jeweiligen Weibchens alle vier Wochen mit Nachwuchs gerechnet werden kann. Zwar werden viele der Jungtiere von den adulten Fischen gefressen oder sind eventuell auch nicht lebensfähig, dennoch können Sie sich vorstellen, dass ein Aquarium, in dem sich Lebendgebärende ungestört vermehren können, zum einen sehr schnell überfüllt ist und es zum anderem zwangsläufig schnell zu Inzucht kommt. Missbildungen und geschwächte Nachkommen sind die Folge.

Dieses Problem können Sie umgehen, wenn Sie sich nur lebendgebärende Fische eines Geschlechts in Ihr Aquarium holen. Meist werden hier männliche Tiere bevorzugt. Zum einen, weil diese, wie etwa bei den Guppys, einfach imposanter aussehen und zum anderen, da die Weibchen den Samen der Männchen einige Zeit speichern können und durchaus auch in einer reinen Damengruppe noch Nachwuchs produzieren können, wenn sie vorher mit einem männlichen Tier Kontakt hatten. Die einzelnen Geschlechter lassen sich ganz einfach am Gonopodium unterscheiden. Häufig wird angegeben, dass lebendgebärende Fische, allen voran Schwertträger, ihr Geschlecht bei Bedarf ändern können. In den meisten Fällen handelt es sich hier allerdings schlichtweg um Spätentwickler, so genannte “Spätmännchen” oder um ältere Weibchen. Belegt ist die Umwandlung in ein funktionsfähiges Männchen oder Weibchen bisher nicht.

Lebendgebärende Fische – die bekanntesten Arten

Guppy (Poecilia reticulata)

Guppys gehören zur Familie der lebend gebärenden Zahnkarpfen und erreichen eine Größe von 3 – 4 Zentimetern. Grundsätzlich können die Tiere ein Alter von etwa 4 Jahren erreichen, was leider durch Überzüchtung, Inzucht oder falsche Haltung häufig Utopie bleibt. Das Becken sollte bei einer Haltung von 5 adulten Tieren mindestens 54 – 63 Liter Wasser beinhalten. Fünf Tiere sind die Mindestgröße für eine Guppygruppe. Bei weiteren Guppys benötigen Sie ein größeres Aquarium.

Wassertemperatur: 20 – 30°C
ph-Wert: 6 – 8,5
gh-Wert: < 30°

Weitere Informationen finden Sie hier.

Platy (Xiphophorus maculatus)

Platys gehören ebenfalls zu den Lebendgebärenden Zahnkarpfen und werden bis zu 6 Zentimeter groß. Auch sie sollten in einem Aquarium von min. 54 – 63 Litern bei max. 5 Tieren gehalten werden.

Wassertemperatur: 18-28° C
ph-Wert: 7-8,5
gh-Wert: 5 < 25°
kh-Wert: 5 < 20°

Weitere Informationen zu Platys gibt es hier.

Molly (Poecilia sphenops)

Mollys sind meist in der schwarzen Zuchtform bekannt und erreichen bei idealen Bedingungen ein Alter zwischen 5 und 6 Jahren. Die Tiere erreichen eine Größe von bis zu 10 Zentimetern und benötigen ein Becken mit einem Wasservolumen von min. 112 Litern. Wie auch bei den anderen Lebendgebärenden gilt hier Gruppenhaltung ab 5 Tieren.

Wassertemperatur: 25-30°C
ph-Wert: 6-8
gh-Wert: 12-30°

Weitere Informationen zur Haltung von Mollys erhalten Sie hier.

Schwertträger (Xiphophorus hellerii)

Der Schwertträger gehört zu den lebendgebärenden Zahnkarpfen und verlangt ein Aquarium mit einem Wasservolumen von min. 160-200 Litern. Die Tiere erreichen ein Alter von etwa 5 Jahren und eine Größe von bis zu 10 Zentimetern. Gruppenhaltung ab 5 Tieren ist auch beim Schwertträger die artgerechte Form der Haltung.

Wassertemperatur: 22-28°C
ph-Wert: 6,5 – 8,5
gh-Wert: 10-30°

Weitere Informationen zum Schwertträger finden Sie hier.

Lebendgebärende Fische: Bezugsquellen

Die meisten Aquarienbesitzer kaufen Ihre Lebendgebärenden wohl im Zoofachhandel oder auch im Baumarkt. Dies ist jedoch auch und gerade bei Lebendgebärenden nicht empfehlenswert, da diese Fische durch Massenzucht meist sehr empfindlich gegenüber Krankheiten sind. Zum anderen werden in den Händlerbecken häufig Medikamente oder desinfizierende Mittel eingesetzt, um Krankheiten gering zu halten. Nach der Umsetzung der Tiere in das eigene Becken kommt es dann dennoch häufig zum Ausbruch der Krankheiten. Daher ist es oft besser, Lebendgebärende von einem privaten Züchter zu erwerben, der die Tiere wirklich züchtet und nicht nur einfach wild im Becken vermehrt (Inzucht).

Halten auch Sie lebendgebärende Fische?

(Bild: Verena N. / pixelio.de)

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