Kaninchen: Vergesellschaftung – Tipps und Tricks

by anika on 23. Juli 2010 · 0 comments

Kaninchen vergesellschaften

Keiner ist gern allein. Schon gar nicht Kaninchen, die in freier Wildbahn in großen Gruppen leben. Allerdings haben viele Kaninchenhalter mit der Vergesellschaftung Probleme, weil sie schlicht zu menschlich denken und recht erschüttert sind, wie wenig sanft die ruhigen Kleintiere dabei erscheinen.

Dieser Artikel soll Ihnen helfen, die Vergesellschaftung Ihrer Kaninchen überlegt anzugehen und wird Sie auch ein wenig darauf vorbereiten, was Sie bei dieser so erwarten kann.

Kaninchen – Vergesellschaftung zur besten Zeit

Am einfachsten können Kaninchen vergesellschaftet werden, wenn Sie noch nicht älter als vier Monate sind. In diesem Alter gibt es nur selten Probleme. Kaninchen unter vier Monaten sollten Sie niemals mit Alttieren zusammenbringen, da sich diese bei Kämpfen noch nicht ausreichend wehren können. Den so genannten “Welpenschutz” gibt es bei Kaninchen nicht. Es ist sinnvoll neue Kaninchen immer erst einmal zwei (bei Fundtieren vier) Wochen in Quarantäne zu halten und eine Kotprobe beim Tierarzt untersuchen zu lassen. So vermeiden Sie, dass Sie sich möglicherweise Parasiten oder Krankheiten miteinschleppen. Eine Ausnahme bilden Tiere aus Notfallstationen etc. die schon eine Quarantäne hinter sich haben. Die Tiere dürfen sich vor der Vergesellschaftung weder sehen noch riechen. Nutzen Sie ein Wochenende oder einige Urlaubstage für die Aktion und sorgen Sie dafür, dass Sie noch mindestens einen Mitstreiter haben. Allein einzugreifen ist oft schwer bis unmöglich.

Kaninchen – Vergesellschaftung am perfekten Ort

Viel wichtiger als der Faktor Zeit, ist der richtige Ort bei der Kaninchenvergesellschaftung. Wählen Sie hierzu einen neutralen Ort, an dem noch keines der Tiere seine Duftmarken hinterlassen hat. Flur und Bad eignen sich hierfür häufig sehr gut. Dieser Raum sollte min. 6 m² groß und mit verschiedenen Versteckmöglichkeiten versehen sein. Diese Größe ist notwendig, damit sich die Tiere aus dem Weg gehen und langsam kennenlernen können. Zwar wird immer wieder die Vergesellschaftung auf engem Raum empfohlen, diese ist jedoch mit sehr viel Stress für die Kaninchen verbunden. Es ist ganz wichtig, dass die Unterschlüpfe (z. B. große Kartons) mehrere Eingänge haben und für jedes Tier mindestens ein Unterschlupf zur Verfügung steht. Verteilen Sie ausreichend Futter im Gehege, um die Tiere abzulenken.

Wie kann die Vergesellschaftung aussehen?

Bei der Vergesellschaftung von Kaninchen kann es sehr rau zugehen, es kann zu Kämpfen, zu Jagden durch den Auslauf kommen, zu Brummen und Knurren. Es können auch schon einmal Fellbüschel fliegen. All das ist für den Kaninchenhalter zwar erschreckend und beängstigend, aber völlig normal. Kaninchen müssen ihre Rangordnung klären und das funktioniert eben auf diese Weise. Greifen Sie hier nicht ein und trennen Sie die Tiere nicht, sonst wird die Vergesellschaftung nicht von Erfolg gekrönt sein. Dieser Vorgang kann einige Stunden oder auch Tage dauern. Es ist auch möglich, dass die Kaninchen vorübergehend unsauber werden, das gibt sich aber meist nach der Vergesellschaftung wieder. Es gibt auch Kaninchen, die sich sofort verstehen, Liebe auf den ersten Blick sozusagen. Häufiger sind jedoch Rangordnungskämpfe.

Wann Sie eingreifen müssen!

Wenn sich die Tiere für längere Zeit ineinander verkeilen und es zu blutigen Bissen und ernsthaften Verletzungen kommt oder kommen kann, müssen Sie die Kaninchen auf jeden Fall voneinander trennen. Versuchen Sie dies niemals mit bloßen Händen, sondern benutzen Sie ein Handtuch, dicke Handschuhe oder auch Pappe. Versuchen Sie die Vergesellschaftung am nächsten Tag wieder.

Wann war die Vergesellschaftung erfolgreich?

Wenn die Kaninchen entspannt miteinander im Auslauf liegen, sich putzen, kuscheln und nebeneinander fressen, sieht es schon sehr gut aus. Jetzt können Sie mit gemeinsamem Freilauf beginnen. Erst, wenn sich Ihre Kleintiere dabei mehrere Stunden lang gut verstehen, können Sie langsam die Vergesellschaftung im Gehege angehen. Reinigen Sie das Gehege auf jeden Fall vorher gründlich und lassen Sie das neue Kaninchen zuerst in Ruhe das neue Reich erkunden. Setzen Sie dann Ihr altes Kaninchen dazu. Häufig kommt es hier noch einmal zu Kämpfen und Verfolgungsjagden, wobei die Harmonie in den meisten Fällen aber schnell wieder hergestellt ist. Bis die Vergesellschaftung endgültig als geglückt angesehen werden kann, können schon einmal einige Tage oder auch Wochen ins Land ziehen. Grundsätzlich sollten Sie die Tiere, wenn Sie sich im neutralen Auslauf zusammengerauft haben, auf keinen Fall mehr trennen!

Wann ist eine Vergesellschaftung als gescheitert anzusehen?

Wenn Sie Ihre Kaninchen nach blutigen Kämpfen trennen mussten und auch beim zweiten Versuch am Folgetag keine Änderung eintritt, ist es sinnvoll, die Kaninchen noch einmal für zwei Wochen komplett zu trennen, so dass sie sich weder hören, noch riechen, noch sehen können. Versuchen Sie es dann erneut. Missglückt die Vergesellschaftung auch dieses Mal wieder, sollten Sie sich damit abfinden, dass sich diese beiden Kaninchen einfach nicht sympathisch sind.

Eine Vergesellschaftung von Kaninchen ist für den Menschen oft aufregender als für die Kaninchen, die einfach nur ihrer Natur nachgehen. Atmen Sie tief durch, haben Sie Geduld und greifen Sie nicht überstürzt ein. In den meisten Fällen sieht alles schlimmer als, als es ist. Bleiben Sie aber dennoch aufmerksam, um bei etwaigen ernsthaften Streitigkeiten eingreifen zu können.

Wie haben Sie Ihre Kaninchen vergesellschaftet?

(Bild: Maja Dumat, pixelio.de)

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